![]() ![]() --NEU-- Version 3.61.01 Letzte Überarbeitung am: 4. Februar 2012 Copyright by Jürgen Klemann 2006-2007-2008-2009-2010 Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass das Kopieren von unserer Homepage ohne unsere ausdrückliche schriftliche Genehmigung untersagt ist. NEU -- MNL 2011 Weihnachten NEU -- Filme - Alt Neustettin NEU -- Termine 2012 Rheinisches Ratzebuhrertreffen, Groß + Klein Küdde, Grünwalder Treffen, HKA-Sitzung, Pommerntage, Bärwalder Treffen. -- NEU -- 2009 Tempelburg, 2009 Bärwalde, 2009 Wollschlägertour 2009 Hundskopfsee, 2009 Neustettin, 2011 FH-Gymnasium, 2011 Lucknitz 2008 Altenwalde, 2008 Bahrenbusch 2007 Grünewald 2007 Lümzow 2007 Wulflatzke. -- NEU -- 2011 Ratzebuhrer Treffen + Bericht 2011 Eutin NEU -- Ansprechpartner -- NEU -- 2011 Priebkow-Buch NEU -- Eulenburg -- NEU -- 2011 Eiserne Hochzeit -- NEU -- 2011 Aktuelles Zeitreise durch die Geschichte der Stadt Ratzbuhr Daten zur Ratzbuhrer Geschichte. 1553 – 1554 Der Pommernherzog Barnim der Ältere beauftragt den Neustettiner Amtshauptmann Klaus Puttkammer mit der Auflegung des Amtsdorfes Ratzebuhr. Unter Zusicherung des erblichen Schulzenamtes weist dessen Rentmeister Christoph Wassergrabe einem gewissen Jakob Woyke die Stelle am Zarne-Fluß an, wo Schulzenhof und Dorf zu errichten seien. 1560 – 1562 Bau der 1. Wassermühle (Obermühle). 1566 Georg Tessmar wird erster evangelischer Pastor in Ratzebuhr. 1592 – 1593 Bau der ersten Kirche. 1597 Herzog Johannes Friedrich von Pommern erteilt Ratzebuhr das Marktrecht für zunächst zwei, später drei Jahrmärkte. 02.08.1599 Gefecht am Jeschkenborn zwischen den Amtsbauern von Ratzebuhr und denen des adligen Dorfes Bahrenbusch um die Besitzrechte der Wiesen in den ‚Tiefen Brüchen’. 09.09.1613 Amtshauptmann Peter von Somnitz beendet mit einem Vertrag die Grenzstreitigkeiten in den ‚Tiefen Brüchen’ zwischen dem Marktflecken Ratzebuhr und den Amtsdörfern Flederborn und Wallachsee. 1615 Erste Vermessung Ratzebuhrs. Die Gesamtfläche beträgt 4443 Magdeburger Morgen. 1615 Franz von Hertzberg erhebt Anspruch auf den Tetzlaffsberg. 1620 Einführung eines Gerichtssiegels. Es zeigt im Schilde zwei Eichen und auf dem Helm einen Eichbaum. 1628 Der Dreißigjährige Krieg greift mit kaiserlicher Soldateska, unter ihnen kroatische Haufen, plündernd und mordend auf den Landstrich um Ratzebuhr über. Ab 1631 ziehen schwedische Truppen mordbrennend durch das Land. 1658 Niederbrennung Ratzebuhrs durch polnische Truppen im Schwedisch-Polnischen Krieg. 1663 Die St. Petri-Kirche und Turm mit den Pfarrgebäuden ist wieder aufgebaut. Die Pfarrstelle betreut 3372 Gläubige. 1674 Die St. Petri-Kirche erhält neue Turmglocken. Januar 1679 Der Große Kurfürst rastet auf seiner Reise von Berlin nach Königsberg für eine Nacht in Ratzebuhr. Dez. 1700 Kurfürst Friedrich III. zieht auf seiner Reise zur Krönung in Königsberg mit 200 Karossen durch Ratzebuhr und macht hier Station. 01.10.1717 Einführung der Schulverordnung. 1722 Der Binnenzoll (Akzise) wird eingeführt. Die Akzise-Station wird in Flederborn an der Abzweigung der späteren Reichsstraße Nr. 1 zur Straße nach Ratzebuhr errichtet und mit Siegel und Brenneisen versehen. 1725 Die erneute Vermessung des Ratzebuhrer Gebietes ergibt eine Fläche von etwa 7000 Morgen. 1740 Bau der königlichen Wollwaage mit Wollmagazin. 26.03.1748 Ein Großfeuer, entstanden durch Nachlässigkeit, vernichtet das Pfarrhaus und zehn Wohnhäuser im Ort. 09.01.1753 Die Amtsuntertänigkeit Ratzebuhrs unter das Amt Neustettin wird von Friedrich II. aufgehoben. 1754 Einführung der städtischen Verfassung. Ratzebuhr erhält Lübisches Stadtrecht. Das Stadtwappen zeigt auf silbernem Schild einen aus grünem Freiberg wachsenden roten, geflügelten Greif, der im rechten Fang einen Zweig mit drei goldenen Eicheln hält mit der Umschrift: KÖNIGL. PREUSS. POMMERSCHE IMMEDIATSTADT RATZEBUHR Danit ist die Stadt unmittelbar dem König unterstellt. Bau des ersten Rathauses. Ein hauptamtlicher Bürgermeister wird bestellt. 11.04.1754 Das Rescript des Königs bestätigt die Unmittelbarkeit Ratzebuhrs. 30.06.1754 Magistrat und Bürgerschaft werden vereidigt. 10.10.1756 Erlaß einer Feuerordnung. 20.03.1758 Erste große Plünderung Ratzebuhrs im Siebenjährigen Krieg durch russische Truppen. Danach sollen noch 20 weitere Plünderungen während des Siebenjährigen Krieges durch russische Truppen stattgefunden haben. Bürgermeister und Stadtkämmerer werden wegen nicht bezahlter Brandschatzungsgelder nach Pillau bzw. Marienwerder verschleppt. 1763 Bürgermeister und Stadtkämmerer kehren aus der Festungshaft zurück. 1780 Der seit dem 16. Jahrhundert bestehende Grenzstreit zwischen Ratzebuhr und Bahrenbusch wegen der ‚Tiefen Brüche’ wird beigelegt. 1781 Das ‚Tiefe Bruch’ westlich der Stadt wird trockengelegt. 11.11.1806 Französische Soldaten kommen als Folge des Krieges mit Napoleon nach Ratzebuhr. Es ist der Beginn des wirtschaftlichen Niedergangs der Stadt. Durchziehende napoleonische Truppen, Repressalien und Kriegskontributionen ruinieren die Stadt vollends. 01.02.1809 Eine neue Städteordnung wird eingeführt. Nach dieser werden 24 Stadtverordnete, 8 Stellvertreter und 2 Bezirksvorsteher gewählt. Die Stadtverordneten wählen den Magistrat. 07.07.1809 Nördlich der Lümzower Landstraße wird ein neuer Begräbnisplatz geweiht. 1810 Nach 70 erfolgreichen Jahren wird das Wollmagazin aufgelöst. Juni 1813 Der Landsturm wird aufgestellt. Die Stadt stellt 1 ½ Kompanien Infanterie und eine Anzahl Kavalleristen. Außerdem wird die Stadt verpflichtet, Bekleidung und Lebensmittel für das Heer zu liefern. Die Stadtkasse wird mit 5012 Reichstalern belastet. Die Bewaffnung müssen die Landsturmmänner auf eigene Kosten beschaffen. 1817 Ein Postwärteramt wird eingerichtet. Die Post wird seit geraumer Zeit mit einem Boten aus Neustettin geholt. 1818 33 Tuchmacher wandern wegen der wirtschaftlichen Notlage nach Polen aus. 22.04.1822 In der Nacht vernichtet ein Großfeuer 7 Wohnhäuser und 9 Stallgebäude. Zwei Menschen kommen in den Flammen ums Leben. 22.08.1826 Wieder werden durch ein Großfeuer 80 Gebäude in der Stadt ein Raub der Flammen. 01.01.1828 Eine Fahrpostlinie zwischen Neustettin und Flatow wird eingerichtet und versorgt Ratzebuhr mit Post. 19.10.1840 Einweihung eines neuen Schulhauses. 13.11.1854 Ratzebuhrs dritter Kirchenneubau wird eingeweiht. Sept. 1879 Der Eisenbahnbetrieb auf der Strecke Neustettin – Ratzebuhr – Schneidemühl – Posen wird aufgenommen. 1883 Neubau des Rathauses an der Nordseite der Danziger Straße. 1889 Die Freiwillige Feuerwehr wird gegründet. 1897 – 1899 Der Magistrat beschließt, ein größeres Schulgebäude mit einer Aula gegenüber dem alten Gebäude zu errichten. 1899 Die Stadt wird mit Gas versorgt. Für die Reichspost wird ein Gebäude in der Danziger Straße errichtet. 1907 Baumeister Stelter erhält den Auftrag, auf dem Tetzlaffsberg einen Aussichtsturm zu errichten. 23.08.1908 Einweihung des Aussichtsturmes mit dem Namen ‚Bismarck-Turm’. 1910 Ratzebuhr erhält Anschluß an das Telefonnetz der Deutschen Reichspost. 28.09.1912 Die Stadt wird an das Elektrizitätsnetz der Überlandzentrale Lottin angeschlossen. 01.03.1914 Der Gärtner Paul Höltge aus Jastrow gründet einen Gartebaubetrieb, aus dem sich eine der bekanntesten Versandgärtnereien Deutschlands entwickeln sollte. 1922 Das Schulgebäude wird durch den Anbau einer Mittelschule erweitert. 1927 Gründung der Gemeinnützigen Bau- und Siedlungs-Genossenschaft, mit deren Unterstützung mehr als hundert Wohnhäuser in der Stadt gebaut werden. 31.01.1933 Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) übernimmt die Kontrolle sämtlicher Stellen im Rathaus. 25.03.1933 Der Rat der Stadt wird umbesetzt. 01.03.1934 Amts- und Gerichtssiegel werden geändert und zeigen jetzt national-sozialistische Embleme. 30.06.1934 Der Rat der Stadt wird aufgelöst und umgebildet. Alle Ämter werden mit Mitgliedern der NSDAP besetzt. 1938 Einige jüdische Mitbürger verkaufen aus Not Haus- und Grundbesitz, manche verlassen Deutschland. 09.11.1938 SA- und SS-Leute zerstören die jüdische Synagoge durch Brandlegung. 1938 Die noch in der Stadt verbliebenen jüdischen Mitbürger werden gefangen gesetzt und später nach Schneidemühl verbracht. August 1939 Einquartierung großer Truppenkontingente in der Stadt. Sept. 1939 Nicht endenwollender Durchzug von Heeresverbänden in West-Ost-Richtung. 1942 – 1944 Bombengeschädigte und durch Bombenangriffe bedrohte Einwohner Stettins und Berlins sowie der Städte im Ruhrgebiet werden in entbehrlichen Wohnraum eingewiesen. 30.01.1945 Ungeordnete Flucht großer Teile der Einwohnerschaft vor der anrückenden Roten Armee. Russische Soldaten erobern ohne Gegenwehr die Stadt. Ein Drittel aller Wohngebäude werden durch Brand zerstört. Der letzte Zug mit flüchtenden Frauen und Kindern verläßt im Schutz der Dunkelheit den Bahnhof in Richtung Neustettin. 06.-10.02.45 Austreibung der in der Stadt verbliebenen Bevölkerung in das 15 km entfernte Jastrow. Ende März 45 Rückkehr der Einwohner nach Ratzebuhr. Juni 1945 Übernahme der Verwaltung durch polnische Behörden. Die Stadt wird umbenannt und heißt fortan Okonek. 1945 Umweihung der evangelischen St. Petri-Kirche in eine Kirche römisch-katholischer Konfession. Beginn der Ausweisung deutscher Bewohner. April 1947 Der letzte Transportzug mit etwa 200 Deutschen verläßt die Heimat. Aus: ‚Ratzebuhr, schöne Flur’ – Eine Kleinstadt in Hinterpommern Herausgeber Gerhard Breitzke, Ratzebuhr/Hamburg - 2004. |